Publikationen (Auswahl)

Immunerkrankungen

(Re­ven­storf/Peter (Hrsgb.) , Hyp­nose in Psy­cho­the­rapie, Psy­cho­so­matik und Me­dizin, Hei­del­berg 2009)


Theo­re­ti­scher Hin­ter­grund und em­pi­ri­sche Be­funde

Stö­rungen des Im­mun­sys­tems stellen zum einen eine ei­gene Gruppe von Er­kran­kungen dar und sind zu­gleich auch ur­säch­lich an einer Viel­zahl von an­deren so­ma­ti­schen Stö­rungen be­tei­ligt. Des­halb sind psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Op­tionen der im­mu­no­lo­gi­schen Mo­di­fi­ka­tion in der Psy­cho­so­matik von zen­traler Be­deu­tung. Und ge­rade hyp­no­the­ra­peu­ti­sche An­sätze sind hierbei von hoher kli­ni­scher Re­le­vanz, weil sie auf ver­schie­dene Weise wich­tigen Er­kennt­nissen der Psy­cho­neu­roim­mu­no­logie Rech­nung tragen.

Aus in der Praxis ge­won­nenen Er­fah­rungen möchte ich eine funk­tio­nale Glie­de­rung von Im­mun­stö­rungen vor­schlagen, welche zu­gleich eine sys­te­ma­ti­sche Dar­stel­lung hyp­no­the­ra­peu­ti­scher In­ter­ven­tionen er­laubt. Dem­zu­folge lassen sich Im­mu­ner­kran­kungen in vier Gruppen ein­teilen (nach Melne­chuk 1980 in Bo­ry­senko 1987) (s. Abb. 1). Ei­gent­lich kann man sich das IS wie ein Or­che­ster vor­stellen: die Schön­heit der Musik ent­steht im Kon­zert durch das har­mo­ni­sche Zu­sam­men­spiel der ver­schie­denen In­stru­mente. So ar­beitet auch das IS: die ge­lun­gene Funk­tion ent­steht durch ein kom­plexes Zu­sam­men­spiel der ver­schie­denen Im­mun­zellen, welche durch Zy­to­kine und an­dere Fak­toren mi­tein­ander kom­mu­ni­zieren. Die meisten phar­ma­ko­lo­gi­schen Stra­te­gien zur Im­mun­mo­du­la­tion mit Zy­to­kinen glei­chen daher dem ein­fa­chen Lau­ter­werden eines In­stru­mentes: dies führt nicht not­wen­di­ger­weise zu hö­herem Hör­ge­nuss.

Perversion, Psyche und Trance

Perversion, Psychose und Trance
Heft 96 / März 2006

S. lässt sich mit schuldbewusstem und zugleich laszivem Augenaufschlag in den Relaxsessel in meiner Praxis sinken. „Ich war tatsächlich am Weg zu Ihnen, und als ich aus dem Auto aussteige, sehe ich diesen Typen … groß, dunkel, mit zusammen gewachsenen Augenbrauen …“. Ich kann sehen, wie alleine die Erinnerung sie erregt. „Da konnte ich nicht anders …“. Sie schweigt verlegen. Ich kann wahrnehmen, wie mein Ärger über die geplatzte Stunde einer gewissen Verwunderung weicht. Nun bin ich also auch Opfer jener Obsession geworden, weswegen mich S. aufsuchte: Tatsächlich kann sie an keinem Araber oder Türken vorbeilaufen, wenn er Interesse signalisiert, sondern provoziert, dass sie angesprochen wird und gibt sich ihm dann „zügellos“ (ihre Worte) hin; und da S. eine außergewöhnlich attraktive Frau Anfang vierzig ist, zeigt fast jeder heterosexuelle Mann Gefallen an ihr. Sie können sich also vorstellen, dass S. nicht zu allzu viel in ihrem Leben kommt. Glücklicherweise ist sie mit einem älteren Homosexuellen verheiratet, der aufgrund seiner beruflichen und sozialen Stellung neben seinem Lebenspartner eine Alibi-Ehefrau braucht und nun durch eine großzügige Apanage ihr ein schönes Leben ermöglicht.

Sexualtherapie

Die nackte Wahrheit: NLP & Sexualtherapie;
Heft Nr.: 5 / Oktober 2007

Auszug:
Begonnen hat alles vor vier Jahren. Da setzen in N.’s rechtem Hoden starke Schmerzen ein, auf der Schmerzskala ordnete er die Missempfindung mit der Inten-sität 6-7 ein. Der hinzugezogene Hausarzt verordnet ein unspezifisches Antibio-tikum, welches kaum eine Verbesserung bewirkt (Schmerzskala 5-6). Der Urologe, der nun Heilung bringen soll, schmeißt vergeblich die große Untersuchungsmaschi-nerie an und verschreibt schließlich ohne positiven Erregernachweis ein hochpo-tentes Antibiotikum, welches N. zumindest einen dreiwöchigen wässrigen Durchfall beschert. Die Schmerzen bleiben bei 5-6. N. ist berechtigterweise verzweifelt, entschließt sich aber fürs erste etwas zu tun, was manchmal das Beste ist: nichts. Die Schmerzen lassen dann nach einer Weile von selbst nach, treten nur noch gelegentlich auf.

Entscheidungsfindung

Entscheidungsfindung

Ludwig, V.U., Stelzel, C., Kru­tiak, H., Magrabi, A., Steimke, R., Paschke, L.M., Kath­mann, N., Walter, H.

The suggestible brain: posthypnotic effects on value-based decision-making
Social Cognitive and Affective Neuroscience Advance Access, August 2013

Abstract
Hypnosis can affect perception, motor function and memory. However, so far no study using neuroimaging has investigated whether hypnosis can influence reward processing and decision-making. Here, we assessed whether posthypnotic suggestions can diminish the attractiveness of unhealthy food and whether this is more effective than diminishing attractiveness by one􏰀s own effort via autosuggestion. In total, 16 participants were hypnotized and 16 others were instructed to associate a color cue (blue or green) with disgust regarding specific snacks (sweet or salty). Afterwards, participants bid for snack items shown on an either blue or green background during functional magnetic resonance imaging measurement. Both hypnosis and autosuggestion successfully devalued snacks. This was indicated by participants􏰀 decision-making, their self-report and by decreased blood oxygen level- dependent signal in the ventromedial prefrontal cortex (vmPFC), a region known to represent value. Different vmPFC subregions coded for cue and snack type. The cue had significantly stronger effects on vmPFC after hypnosis than after autosuggestion, indicating that hypnosis was more effective in genuinely reducing value. Supporting previous findings, the precuneus was involved in the hypnotic effects by encoding whether a snack was sweet or salty during hypnotic cue presentation. Our results demonstrate that posthypnotic suggestions can influence valuation and decision-making.

Willensforschung

Willensforschung

Ludwig, V.U., Stelzel, C., Kru­tiak, H., Prunkl, C.E., Steimke, R., Paschke, L.M., Kath­mann, N., Walter, H.

Im­pul­si­vity, self-con­trol, and hyp­notic sug­ge­s­ti­bi­lity.
Con­s­cious­ness and Co­gni­tion Vo­lume 22, Issue 2, June 2013, Pages 637–653

Abstract
Hyp­notic re­spon­ding might be due to at­te­nu­ated frontal lobe func­tio­ning after the hyp­notic in­duc­tion. Little is known about whe­ther per­so­na­lity traits linked with frontal func­tio­ning are as­so­ciated with re­spon­siveness to hyp­notic sug­ge­s­tions. We as­sessed whe­ther hyp­notic sug­ge­s­ti­bi­lity is re­lated to the traits of self-con­trol and im­pul­si­vity in 154 par­ti­ci­pants who com­pleted the Brief Self-Con­trol Scale, the Self-Re­gu­la­tion Scale, the Bar­ratt Im­pul­siveness Scale (BIS-11), and the Har­vard Group Scale of Hyp­notic Suscep­ti­bi­lity (HGSHS:A). BIS-11 non-plan­ning im­pul­si­vity cor­re­lated po­si­tively with HGSHS:A (Bon­fer­roni-cor­rected). Fur­ther­more, in the best model emer­ging from a step­wise mul­tiple re­gres­sion, both non-plan­ning im­pul­si­vity and self-con­trol po­si­tively pre­dicted hyp­notic sug­ge­s­ti­bi­lity, and there was an in­ter­ac­tion of BIS-11 motor im­pul­si­vity with gender. For men only, motor im­pul­si­vity tended to pre­dict hyp­notic sug­ge­s­ti­bi­lity. Hyp­notic sug­ge­s­ti­bi­lity is as­so­ciated with per­so­na­lity traits linked with frontal func­tio­ning, and hyp­notic re­spon­ding in men and women might differ.

Harald Krutiak, Dipl.-Psych.

Psychologischer Psychotherapeut

Stübbenstr. 3
10779 Berlin-Schöneberg
+49 160 97797774
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