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Die nackte Wahrheit: NLP & Sexualtherapie

Die nackte Wahr­heit: NLP & Se­xual­the­rapie
Heft Nr.: 5 / Ok­tober 2007

Be­gonnen hat alles vor vier Jahren. Da setzen in N.’s rechtem Hoden starke Schmerzen ein, auf der Schmerz­skala ord­nete er die Miss­emp­fin­dung mit der In­ten­sität 6-7 ein. Der hin­zu­ge­zo­gene Haus­arzt ver­ordnet ein un­spe­zi­fi­sches An­ti­bio­tikum, wel­ches kaum eine Ver­bes­se­rung be­wirkt (Schmerz­skala 5-6). Der Uro­loge, der nun Hei­lung bringen soll, schmeißt ver­geb­lich die große Un­ter­su­chungs­ma­schi­nerie an und ver­schreibt schließ­lich ohne po­si­tiven Er­re­ger­nach­weis ein hoch­po­tentes An­ti­bio­tikum, wel­ches N. zu­min­dest einen drei­wö­chigen wäss­rigen Durch­fall be­schert. Die Schmerzen bleiben bei 5-6. N. ist be­rech­tig­ter­weise ver­zwei­felt, ent­schließt sich aber fürs erste etwas zu tun, was manchmal das Beste ist: nichts. Die Schmerzen lassen dann nach einer Weile von selbst nach, treten nur noch ge­le­gent­lich auf.

Kaum dass die Schmerzen be­gannen, besser zu werden, trat ein neues Sym­ptom auf: N. be­ob­achtet, wie kurz nach Ein­setzen der Erek­tion eine große Menge Se­kret aus seiner Harn­röhre zu laufen be­ginnt, da­nach ver­schwindet die Erek­tion und die se­xu­elle Be­geg­nung mit seiner Frau, die er seit zehn Jahren kennt, wird ab­ge­bro­chen. Frus­triert von den vor­an­ge­gan­genen Arzt­be­su­chen und noch den Schre­cken vom schweren Durch­fall im Nacken, be­schließt er mit seiner Frau, “dem Pro­blem mit Hyp­nose auf den Grund zu gehen”.

Ent­wick­lung, Evo­lu­tion & Lo­gi­sche Ebenen

Ent­wick­lung, Evo­lu­tion & Lo­gi­sche Ebenen
Multimind, Nr. 03/ 2012

Der An­fang eines Ar­ti­kels fällt mir meist am schwersten: was genau möchte ich dem Leser als erstes prä­sen­tieren? Womit möchte ich seine Auf­merk­sam­keit er­regen? Wie genau und worauf möchte ich ihn neu­gierig ma­chen? Das erin­nert mich daran, wie ich neu­lich bei meiner Schwester in Wien meine kleine Nichte be­ob­achte: die süße Maus ist ge­rade ein paar Mo­nate alt und krab­belt munter durch die Ge­gend, be­grabscht alles, was ihr in die Finger kommt und steckt alles in den Mund, was ir­gendwie rein­passt. Mit wel­cher Be­geis­te­rung sie die großen Bau­klötze an­hebt und von allen Seiten be­trachtet! Wenn das nicht Neu­gier ist! Und wie schnell kommt das Schreien, wenn ir­gen­detwas Un­ge­wohntes in ihrer sonst ver­trauter wer­denden Um­ge­bung auf­taucht. Da ist auch der fremde Onkel ein Grund, das Zäpf­chen tief hinten im Sch­lund de­mons­trativ zit­tern zu lassen…

Zuhause im fetischistischen Raum

Zu­hause im fe­ti­schis­ti­schen Raum
Du & Ich; Nr.: 21 / Au­gust 2006

Neulich finde ich mich auf einer ganz geselligen Geburtstagsparty wieder. Der Abend vergeht, irgendwann schlägt Hendrik vor, doch noch in den Kitkatclub zu gehen. Begeistert wird sein Vorschlag aufgenommen. Als wir schließlich zu sechst vor den Pforten ebendieses Fetischclubs aufschlagen, bringt meine zu Hemd getra- gene Cordhose das Projekt zum Platzen. Solidarisch begleiten mich alle fünf in einen anderen Club der Wahl.

Meine Neugier ist geweckt. Läden wie der Kitkatclub in Berlin und vergleichbares in anderen Regionen schlägt sozialwissenschaftlich gesehen die Lücke zwischen homo- und heterosexueller Partygemeinde. Nicht mehr die sexuelle Orientierung, das sich Bekennen zu einem bestimmten Lifestyle und das Interesse an Fetischen einigt. Ich komme nicht umhin mich zu fragen: warum darf eigentlich eine Cord- hose kein Fetisch sein in den Augen dieser Gemeinde? Der Fetisch mutet gar engstirnig an in diesem Zusammenhang.

Wie schon “schwul” oder “pervers”, “pervy” hat ja auch der Begriff des Fetisch eine dramatische Wendung in seiner Bedeutung erfahren. Ein vormals disqualifi- zierende Zuschreibung wird von der Minderheit aktiv übernommen und als identi- tätsstiftende Selbstbeschreibung verwendet. Die Einladung zur Fetischparty ist verwegen, aufregend und schick.

Ursprünglich kommt der Begriff des Fetischismus aus den Religionswissenschaften. Hier versteht man darunter Unheil abwendende Amulette und Glück und Segen brin- gende Talismane. Konsequent betrachtet sind allen Religionen, auch dem Chris- tentum, Fetische zu Eigen. Per definitionem ist jeder Christ, der aus Glaubens- gründen ein Kreuz um den Hals trägt, Fetischist. Ebenso jener, der es aus modi- schen Gründen stolz um den Nacken hängen lässt, wie wir später noch sehen werden.

Der wissenschaftliche Beweis

NLP und die mo­derne Hirn­for­schung

Dass das NLP alles an­dere als Ho­kus­pokus ist, be­legt die mo­derne Hirn­for­schung. So ver­blüf­fend wie wahr: Et­liche Wirk­sam­keits-Vor­aus­set­zungen, von denen das NLP bis­lang still­schwei­gend aus­ge­gangen ist, sind in­zwi­schen wis­sen­schaft­lich be­wiesen. Über die neu­ro­bio­lo­gi­schen Hin­ter­gründe von Mo­dellen wie dem An­kern und Re­f­ra­ming sowie For­maten wie dem New Be­ha­viour Ge­ne­rator.

Am An­fang er­schien NLP wie Zau­berei und ein Mär­chen – und die beiden Be­gründer John Grinder und Ri­chard Bandler haben ihre Me­thode ge­wis­ser­maßen auch als Mär­chen ver­kauft. Denn am Be­ginn ihrer Se­mi­nare ver­kün­deten sie immer, dass sie nur Lügen er­zählten, nichts von dem, was sie lehrten, sei wahr. Ihre Me­thodik funk­tio­niere le­dig­lich, und darum solle man sie doch ein­fach an­wenden…

Genau ge­nommen haben Grinder und Bandler na­tür­lich nicht ge­logen. Sie konnten nur nichts be­weisen, konnten da­mals nicht genau er­klären, warum das Neu­ro­lin­guis­ti­sche Pro­gram­mieren funk­tio­niert. Ihrer Sache fehlte das wis­sen­schaft­liche Fun­da­ment, und damit er­schien sie als Mär­chen­ge­schichte.

Doch das hat sich in­zwi­schen grund­le­gend ge­än­dert. Das Mo­dell, das Bandler und Grinder vor 30 Jahren so be­tont un­wis­sen­schaft­lich eta­blierten, er­fährt heute durch die Er­kennt­nisse der mo­dernen Hirn­for­schung eine wis­sen­schaft­liche Un­ter­maue­rung. So er­staun­lich wie wahr: Na­hezu alle Prä­sup­po­si­tionen des NLP sind in­zwi­schen neu­ro­wis­sen­schaft­lich be­legt.

Sexualität wo-hin?

Se­xua­lität wo-hin? Hin­blicke. Ein­blicke. Aus­blicke (Juli 2005)

– unter diesem Motto stand die ge­mein­same Fach­ta­gung der Deut­schen AIDS-Hilfe e.V. (DAH) und des Ver­bandes les­bi­scher Psy­cho­lo­ginnen und schwuler Psy­cho­logen e.V. (VLSP), die vom 15. bis 17. No­vember 2002 im Haus am Köll­ni­schen Park in Berlin statt­fand und die sich mit grund­sätz­li­chen Fragen nach dem Stand (wo?) und der Zu­kunft (wohin?) des Se­xu­ellen be­fasste: Se­xua­lität und Iden­tität, Se­xua­lität und (an­dere) Kultur(en), Se­xua­lität und Me­dien, Markt und Macht, Se­xua­lität und Liebe und vieles mehr.

Literatur: Per­ver­sion, Psy­chose und NLP – und – Das Se­xu­elle in (neuro-)lo­gi­schen Ebenen von Ha­rald Kru­tiak

Harald Krutiak, Dipl.-Psych.

Psychologischer Psychotherapeut

Stübbenstr. 3
10779 Berlin-Schöneberg
+49 160 97797774
office@krutiak.de

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